Frage: Sollte ich als Elternteil die Hausaufgaben noch einmal kontrollieren?

 

Antwort: Jein …

 

 Hier sollten Sie sich als Eltern klar machen, was der Zweck der Hausaufgaben ist. Es geht vor allem um die Wiederholung des Gelernten aber auch um eine stetige Verbesserung der Selbststeuerung des Kindes. Gleichzeitig bekommt die Lehrperson ein Feedback darüber, wie gut das Kind die Inhalte verstanden hat.

 

 

Wenn Eltern helfen, bekommen Sie zwar einerseits einen Überblick über die Lernleistung (und auch über mögliche Blockaden und Defizite) – andererseits können hier regelrechte Kreisläufe der Unselbstständigkeit und Abhängigkeit beginnen.

 

Probleme die ausgelöst werden können durch elterliche Kontrolle:

 

 

1.     Das Kind lernt: „Ich muss mich nicht so sehr anstrengen, Mama oder Papa sorgen ja eh dafür, dass ich im Endeffekt mit richtigen Hausaufgaben in die Schule gehe.“

 

2.     Die Lehrkraft merkt in einer Klasse in der viele Eltern korrigieren: „Mensch das geht ja gut voran, da kann ich das Pensum ja erhöhen ;) Der Schock für die Lehrkraft kommt dann erst bei der nächsten Klassenarbeit.

 

3.     Manche Kinder haben sich Mühe gegeben andere sind erleichtert alles im Schnelldurchlauf hinter sich zu haben. Verbesserungsvorschläge der Eltern können im ersten Fall zu einer abneigenden Einstellung gegenüber Hausaufgaben führen („ich mache ja eh immer irgendetwas falsch“). Im zweiten Fall dazu, dass die Kids sich nicht mehr über die Schulter schauen lassen wollen und es so schneller zu Konflikten kommt.

 

4.     Fatal ist außerdem, dass Kids häufig bei Verbesserungsvorschlägen der Lehrperson abschalten, da sie ja eh keinen Nutzen darin sehen (auch hier: „Mama ist ja für die Korrektur meiner Hausaufgaben verantwortlich –nicht ich.“)

 

 

Achten Sie dennoch auf:

 

1.     Unangemessenes Lernverhalten: z.B. Unordnung, Unvollständigkeit, fahriges Arbeiten und zu lange Unkonzentriertheit bei Erledigung der Hausaufgaben.

 

2.     Eine wertschätzende Kommunikation: Anstatt: „Ich erwarte, dass du dir Mühe gibst!“ lieber „Viel Erfolg, vielleicht kannst du mir ja gleich erklären, was du heute gelernt hast – das ist bei mir schon so lange her J

 

3.     Perfektionismus: Manche Kinder brauchen Stunden für die Erledigung der Hausaufgaben. Grund ist manchmal eine wenig ausgeprägte Toleranz gegenüber Fehlern. Sie können hier gut kommunizieren, wenn Sie ihrem Kind die Rückmeldung geben: „Super, schon gut gemacht. Es scheint, als hättest du es verstanden. Vielleicht sind noch ein paar kleine Fehler drin, aber das macht ihr ja dann morgen im Unterricht.